Yoga heißt "Verbindung schaffen" und Trennung aufheben

Als ich in Sommer 2020 bemerkte, dass einige Leute aus meinem direkten Yoga-Umfeld im Zuge der Corona-Problematik politisch nach rechts außen drifteten, war ich zunächst sprachlos und entsetzt.
Ich hatte mich damit abgefunden, in einem unpolitischen Lebens-Umfeld zu sein. Ich selber bin seit den frühen neunziger Jahren politischer Aktivist in der Umweltbewegung.
Nun mitzuerleben, wie sich aus dem immer schon spürbaren ich-bezogenen Egoismus eine lebensfeindliche politische Haltung herausbildete, fand ich gruselig.

Ich habe mich dafür entschieden, keine Beziehung abzubrechen, kein „Entfolgen“, kein Ausweichen, sondern im Kontakt und Austausch zu bleiben. Ich versuche, auf Augenhöhe zu kommunizieren, meiner Bestürzung einen authentischen Ausdruck zu geben und doch die Einstellung des anderen im yogischen Sinne akzeptieren – ich lehne die Haltung ab, aber der Mensch dahinter hat meine Wertschätzung.
Ich glaube nicht, dass ich damit irgendwen davon abgehalten habe, rechts zu sein. Aber vielleicht konnte ich etwas dazu beitragen, dass die logische Konsequenz eines Rechts-Kurses, die Hinwendung zur Gewalt, verhindert wird.

Zunächst eine Begriffsannäherung. Was ist eigentlich Rechts?
Es geht mir nicht darum, Menschen einzusortieren.
Ich wünsche mir, dass eine politische Postion entsprechend gesellschaftlich und auch historisch in Relation/Beziehung gesetzt wird und auch Verantwortung dafür übernommen wird, was jemand schreibt oder tut.

  • Rechts sein ist etwas anderes als Konservativ. Konservative Personen gestehen dir eine Mitsprache und eine Teilhabe zu, auch wenn sie deine Haltung nicht teilen. Sie betrachten dich als einen Menschen, so wie sich selber, und versuchen sich in deine Haltung rein zu denken, ohne dich als „verblendet“ oder „gesteuert“ abzuwerten.
  • Rechte verharmlosen den Nationalsozialisten oder machen die Demokratie oder den politischen Gegner verächtlich – gerne in Form von Vergleichen oder Witzen.
  • Eine Aspekt vom Rechtssein, der bei der Corona-Thematik relevant ist: Rechte wollen keine Rücksicht auf die Bedürfnisse, Empfindungen und Werte anderer nehmen, wenn dies mit Anstrengungen oder eigenen Einschränkungen verbunden ist.
  • Rechte empfinden sich (oder ihr Umfeld) anderen Menschen (oder deren Umfeld) aus unterschiedlichen Gründen überlegen.
  • Rechte wollen sich in ihrer Ästhetik und ihrer Ausdrucksweise nicht von anderen (vor allem nicht von Minderheiten) einschränken lassen, oder auf deren Empfindungen Rücksicht nehmen.

Meine yogischen Gesprächspartner verweisen gerne darauf, dass sie politische Kategorien wie „rechts“ und links“ ablehnen. Damit versuchen sie, ihre eigene Haltung von deren Wirkung auf die Welt zu entkoppeln.
Wenn du das versuchst, nimmst du dir eine wichtige Möglichkeit der Mitgestaltung. Du kannst keine eigenen Impulse setzen, wenn du dich aktiv entkoppelst. Dann bleibt dir nichts anderes übrig, als irgendwo mit anzudocken.
Andere werden das zu nutzen wissen.
Die politische Rechte weiß, dass ihre Haltung nicht durchsetzungsfähig ist, wenn sie offen und klar daher kommt. Deshalb werden anschlussfähige Narrative geformt (z.B. „Great Reset“ und „Großer Austausch“ sind entsprechende Schlagwärter dafür). Aber was haben sie wirklich an Gestaltungsmöglichkeiten und Mitsprache zu bieten? Schau genau hin, wenn dir die Menschen und Politiker begegnen, die diese Narrative in die Welt bringen. Glaubst du wirklich, dass diese Personen deine Interessen vertreten?

Vielleicht ist es hilfreich, dass etwas einseitige Rechts-Links-Schema um eine weitere Dimension zu erweitern, nämlich um den Gegensatz zwischen Freiheitlich/Libertär und Totalität/Dogmatisch. Damit ist das Phänomen wie sich aus einer egoistischen Haltung der „rechten Yogi“ bildet, etwas verständlicher.

In der Grafik siehst du, dass bei dieser Betrachtung die Yogis von mir einem bestimmten Quadranten zugeordnet werden. In diesem wandern sie dann von links nach rechts und wieder zurück.
Rechts-Libertäre sind in ihrer extremen Ausprägung für die Abschaffung des Staates und einer Art Darwinismus des Stärkeren bzw. „Superkapitalisten“, die sich nicht durch das Gemeinwohl einschränken lassen wollen. Diese Haltung kann auf Menschen anziehend wirken, die sich aus spirituellen Gründen nicht als Teil des „Gemeinwesens“ einsortieren lassen wollen.
Yoga bedeutet allerdings „Verbinden“. Die Trennung soll aufgehoben werden. Der Yogi ist traditionell ein Teil des Gemeinwesens, und stärkt diese Verbindung sogar in dem Maße, wie er sich innerlich von Begrenzungen, Ängsten und Zuschreibungen befreit.

Spirituelle Technologie zu politisieren lehne ich ab, egal welche Agenda da hinter steht. Ich meditiere nicht mit der Intention, meine eigenen Vorstellungen durchzusetzen. Ich bringe keine politischen Themen in meinen Yoga-Unterricht mit rein. Yoga-LehrerInnen lehnen keine YogaschülerInnen ab, weil ihnen ihre Ansichten nicht passen.

Trotzdem halte ich es für notwendig, eine klare Position zu beziehen. Ein wichtiger Punkt, der von vielen nicht verstanden wird ist: Es ist nicht möglich, Intoleranz zu tolerieren. Wer das tut, widerspricht sich selber.
Wenn sich jemand diskriminierend, ausgrenzend oder rücksichtslos verhält, kann darauf nur mit Diskriminierung und Rücksichtslosigkeit reagiert werden. Dies ist eine starke Waffe der Rechten: durch ihr Verhalten zwingen sie anderen eine Gegenreaktion auf, die von diesen eigentlich abgelehnt wird.

 

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